nach oben

 
NEWS
 
INNOVATIONEN
 

Neue Heizschlauchtechnik

Bei der Herstellung und Verarbeitung unterschiedlichster Produkte ist es häufig erforderlich, die dazu notwendigen Rohmaterialien oder Halbfertigwaren zu erwärmen oder auf Temperatur zu halten. Reicht eine thermische Isolierung der Förderleitung (z.B. Rohre oder flexible Schläuche) zum Ausgleich der Wärmeverluste nicht aus, kommen Begleitheizsysteme in Betracht.
Typische Einsatzgebiete für Begleitheizungen sind in der chemischen Industrie alle Prozesserwärmungen, in der Lebensmittelindustrie die Stabilisierung der Viskositäten, in der Fahrzeugtechník der Frostschutz für die Wisch-Waschanlage oder die Standheizung, in der Medizintechnik die Beheizung von Inhalationsleitungen, etc.
Insbesondere bei Einsätzen unter Witterungseinflüssen oder bei Temperaturschwankungen durch den Förderprozess ist eine Isolation erforderlich, um die zugeführte Wärmeenergie nicht allzu schnell verpuffen zu lassen und den Energiebedarf in Grenzen zu halten. Diese besteht üblicherweise aus unterschiedlich starken Schaumstoffumlagen.

 

 
 

Dieser Aufbau ist bei Anwendungen in der Lebensmittel-, Raffinerie- und Chemieindustrie und ganz allgemein bei der Beheizung von Gummischläuchen wegen der Voluminosität und Steifheit gerade bei grösseren Durchmessern nur beschränkt verwendbar. Insbesondere bei der Beladung und Entladung verschiedenster Medien, oder der Förderung temperatursensibler Stoffe in der Herstellung von Halbfertig- und Fertigwaren sind immer wieder die Forderungen nach einer Weiterentwicklung laut geworden.

Im Lastenheft der Neuentwicklung waren deshalb folgende Forderungen aufgestellt:

  • Homogener Aufbau mit möglichst nahe am Fördermedium liegender Beheizung
  • Versatz- und Totraumfrei eingearbeitete Armaturen mit geringer Masse und Beheizmöglichkeit
  • Hohe mechanische Festigkeit für rauhen Betrieb
  • Glatte Oberfläche für einfache und effiziente Reinigung
  • Größere Flexibilität bei geringerem Gewicht
  • Verkleinerung der voluminösen Bauweise

Dabei wird bereits bei der Herstellung eines Gummischlauches das Heizsystem mitkonfektioniert, d.h. die bisher übliche 2-Stufen-Konfektionierung von vorgefertigtem Schlauchgrundmaterial und Begleitheizsystem wird in einem Schritt vorgenommen. So spricht man nun von einem

Gummischlauch mit integriertem Heizsystem,

da Schlauch und Heizsystem während der Vulkanisation untrennbar miteinander verbunden werden.

Die Beheizung erfolgt mit speziellen Heizleitern so nah wie möglich am Fördermedium. Dadurch erhält man eine direktere Erwärmung, die noch genauer regelbar ist. Mit integrierten Sensoren und speziell entwickelten Temperaturreglern sind unbegrenzte Möglichkeiten der Heizungssteuerung gegeben. Dem natürlichen Wärmeverlust wird mit einer integrierten Isolierungsschicht begegnet, die den Schlauchaufbau nur unwesentlich verstärkt.
Nicht zuletzt durch die Neuerung bei der Schlauchisolierung ist es nun möglich, die Heizleitungen im Aussenbereich wie einen herkömmlichen unbeheizten Gummischlauch einzusetzen. Die durch rauhen Betrieb anfällige Isolierung entfällt und der Schlauch wird durch die Gummidecke gegen Witterungeinflüsse und Abrieb geschützt.
Gerade bei Einsätzen unter Witterungseinfluss ist der Wärmeverlust im Anschlussbereich erheblich. Die neue Technik erlaubt hier die Mitbeheizung der Armaturen. Dazu können alle handelsübliche oder auch kundenspezifische Armaturen abreissicher und totraumfrei einvulkanisiert und in den Heizkreislauf integriert werden.

Die Vorteile dieser Neuentwicklung liegen damit auf der Hand:

  • Erweiterung der Anwendungsgebiete im Innen-, wie Aussenbereich
  • Keine Limitierungen bei Dimensionen, Betriebsdrücken und Einsatztemperaturen
  • Leichtere und einfachere Handhabbarkeit
  • Verbesserung der Standfestigkeiten
  • Individuelle Anpassung an den Einsatzzweck
  • Verwendbarkeit wie ein herkömmlicher Gummischlauch

Die Freiheitsgrade in der Anpassung an die jeweilige Anwendung sind nicht limitiert. Ob nun ein kaltes Medium erwärmt werden soll, ein bereits erwärmte Medium auf Temperatur gehalten werden soll, unterschiedliche Temperaturverläufe gefahren werden, nur reiner Frostschutz im Ausseneinsatz gefordert ist, immer ist es möglich, Schlauchtype und Heizsystem individuell auszulegen.
Auch in der Art der verwendeten Fördermedien gibt es keine Beschränkungen, denn dieser Schlauchtyp ist ebenfalls anpassbar an die unterschiedlichsten Stoffzusammensetzungen. Saure, basische, fett- und ölhaltige Medien bei Temperaturen bis 200°C in festem, flüssigen oder gasförmigen Zustand können ebenso gefördert werden, wie stark abrasive oder hochviskose Produkte.
Die Heizschläuche können für Betriebsdrücke bis 50 bar und Vakuumbeanspruchungen bis 9 mWS bei Durchmessern bis 250 mm ausgelegt werden.